Sassafras (Fenchelbaum)

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Ein kleiner Schwank aus der Recherche nach Bitterroot

Als Autorinnen sind wir dem Vorwurf des anfallsartigen Perfektionismus durchaus schuldig zu sprechen und so waren wir gemeinsam der Ansicht ein Rezept für Darkovanischen Reisetee wäre für den Darkover-Teil des Kochbuchs unabdinglich. Die erste Recherche brachte uns zur festen Überzeugung Sassafraswurzel entspräche der von Marion Zimmer Bradley erwähnten Bitterroot. Weitere Recherchen brachten einige US-Webseiten zutage, wo der Anwendung von Sassafras-Tee volkstümlich-rituelle Bedeutung zukam. Unter anderem war Sassafraswurzel der Hauptbestandteil von Root Beer

Die Hinweise das Sassafraswurzel seit geraumer Zeit wegen angeblich leber-, nervenschädigender und krebsauslösender Wirkung in Verruf geraten sei, gab es, wurden aber von den Anwendern als wenig bedeutsam eingestuft. Tenor: "Meine Oma kocht uns seit soundsovielen Jahrzehnten Sassafrastee und wir leben noch." Auch die Eignung von Sassafras als Heilmittel bei Nierenleiden wurde immer wieder hervorgehoben, bzw. vermutet es liefe eine Verdrängung der Pharmaindustrie gegen Sassafras.

(Nebenbei: Zum Recherchezeitraum Ende 2004 waren noch deutlich weniger Seiten mit Informationen zu Sassafras im Netz als zum Zeitpunkt der Niederschrift meines Berichts, Ende 2007 - vor allem fast keine deutschsprachigen)

Zu erfahren war auch, das die Einfuhr und der Verkauf von Sassafraswurzel in nahezu ganz Europa - auch Deutschland - gebannt wäre, während Sassafrasrinde als Räuchermittel ohne Probleme erworben werden kann.

Doch mit Annahmen und Vermutungen lässt sich kein Kochbuch schreiben. Also wurde versucht bei der Apotheke ein Stück Sassafraswurzel zu erwerben. Die Apothekerin schlug in ihrem Angebot nach, machte ein bedenkliches Gesicht und verkündete sie könne eine denkbar kleine Menge Sassafras bestellen.

Da wir Testkochen und nicht in den multinationalen Sassafrashandel einsteigen wollten, bestellten wir, bedankten uns höflich und zogen von dannen.

Eine knappe Woche später sollte die Sassafrasbestellung abgeholt werden, doch nachdem der Wunsch vorgetragen wurde, zog die Apothekerin ein noch bedenklicheres Gesicht und verkündete uns die Bestellung sei nicht ausführbar gewesen weil es sich bei Sassafraswurzel um einen Kampfgasstoff handelt.

Nun mag man sich fragen, warum man noch nichts von Sassafrasplantagen im Irak gehört haben mag, doch die Antwort ist denkbar einfach. Sassafraswurzel enthält zu einem hohen Anteil Safrol und Safrol ist als Grundstoff für die Herstellung von MDMA, besser bekannt als Ecstasy geeignet und vor allem aus diesem Grund ist der Verkauf in Deutschland derartig stark sanktioniert.

Scheinbar ist sogar die Information das Sassafras der Drogenherstellung dienen kann sanktioniert, denn anders kann ich mir die aus der Luft gegriffene Behauptung Sassafras sei ein Kampfgasstoff nicht erklären.

Der Anbau von Sassafras ist - meines Wissens - allerdings noch legal, wenn auch die Berichte über schädliche Langzeitfolgen vermutlich ernstzunehmen sind.

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